Mit dem Rwandan Epic, dem Rennen, das den Beginn von Shift Up For Rwanda markierte, sind wir eng verbunden. Deshalb war klar: Daniel und weitere Vereinsmitglieder sowie möglichst viele TLCA-Sportler würden teilnehmen. Und die Reise hatte es in sich!
Das „deutsche“ Team bestand aus sage und schreibe acht Personen, die alle für Ruanda einen Gang hochschalten wollten:
Die Ruanda-Erfahrenen:
- Daniel, Flo und Hannes – die alten Hasen, die das Land bereits kennen
Die Newbies mit Mission:
- Melina kümmerte sich vor Ort um Bilder und Social Media
- Jo, unser Mann für Carbon-Reparaturen gespendeter Rahmen, hielt vor Ort einen Workshop, um Know-how ins Land zu bringen
- Daniel und Niki als Team SUFR Ost – sie fuhren im Rennen mit und organisierten vorab unzählige Trikot- und Helmspenden
- Bart aus Holland, der zusammen mit Daniel dafür sorgen sollte, dass die SUFR-Flagge ganz oben vom Podest weht
Die Woche vor dem Race: Training, Schrauben, Lachen
Von Florents Twin Lakes Cycling Academy gingen drei Teams und ein Solofahrer ins Rwandan Epic. Mit genau diesen sieben jungen Erwachsenen und Jugendlichen trainierten, schraubten und lachten wir die Woche vor dem Race intensivst.
Bemerkenswert dabei: die Entwicklung, die vor allem Banzi und Fiacre in den Jahren der Zusammenarbeit gemacht haben. Aber auch Janvier, Espoir, Aphrodice und der junge Jackson schlugen sich großartig. Beim Material gab es vorab einiges zu richten – teils musste improvisiert werden. Nach wie vor ist die Wartungsmentalität und das technische Wissen am Bike eine große Challenge, an der wir weiter arbeiten.
Der Meilenstein: Sieben Kids-Mountainbikes für die Zukunft
Und dann kam er – ein Meilenstein in der SUFR-Geschichte!
Bisher waren nur die älteren TLCA-Sportler auf Bikes unterwegs. Diesmal hatten wir sieben Kids-Mountainbikes im Gepäck. Die Übergabe und das gemeinsame Training waren ein Highlight für alle Beteiligten!
Die Kids sind unheimlich aufgeschlossen, und wir waren überrascht von deren Englischkenntnissen – ein weiterer Beweis, wie wichtig eine lückenlose Schulkarriere in Ruanda ist. Man merkte deutlich, dass diese Gruppe bei Florent zuhause wohnt und Fürsorge erhält. Ein festes familiäres Umfeld prägt die Kids genauso wie die Chance auf Bildung.
Die Übergabe fand am Pumptrack und dem „Field of Dreams“ in Bugusera statt – einem Ort, an dem Sport und Bildung zusammenkommen und von dem auch Florent langfristig träumt. Nach diesem bewegenden Tag war klar: Hier muss der Fokus sitzen, und hier haben wir schon viel erreichen können.
Die Zeit war so großartig, dass wir uns vornahmen, uns vor unserer Abreise noch einmal mit den Kids zu treffen.
Das Rwandan Epic: Spannung, Triumph und starke Leistungen
Jetzt ging es endlich ins Race – und alle waren heiß!
Alle waren überrascht, als unser Banzi total unerwartet den Prolog gewinnen konnte. Zuvor hatten wir ihm noch ein neues Bike mitgebracht – das beste im Stall. Seine Fortschritte auf und neben der Rennstrecke in den drei Jahren der Zusammenarbeit sind fantastisch zu sehen und der Beleg dafür, dass wir das Richtige tun.
Banzi spricht mittlerweile solide Englisch, und der Weg zum Fahrradmechaniker – und somit zu einem Beruf – nimmt immer mehr Fahrt auf. Seine Fahrt im Prolog war der Hammer: Unsere erfahrenen Profis hätten keine Sekunde schneller sein können!
Die Tage darauf zeigten vor allem das Duo Daniel/Bart, warum sie 2023 gewonnen hatten und was ihre Erfahrung sowie die starken Dieselmotoren ausmachten. Erst im Defizit drehten sie den Spieß an Tag zwei noch um und gewannen die Königsetappe nach Musanze. Auch Etappe drei um die Twin Lakes ging souverän an sie.
Dass sie dabei einen Cape-Epic-Sieger und ehemaligen Europameister hinter sich lassen konnten, bewies: Das Rwandan Epic ist mittlerweile auch international eine Nummer!
Das beste TLCA-Team hatte meist ein enges Battle mit den Copper Kings aus Sambia um den letzten Platz auf dem Podest.
Die XC Stage in Kinigi mischte dann nochmals alles durcheinander. Bei unseren Profis zerschoss sich Bart das Hinterrad, und der Vorsprung in der Gesamtwertung war dahin. Auch Banzi und sein Partner Louis verloren den Anschluss an die Spitze.
Das Finale war also offen – und diesmal waren andere im Pech. So zelebrierten Daniel/Bart nochmals einen Etappensieg, und Banzi/Louis kamen auf Rang drei in der Stage. Zwar verpassten sie als Vierte in der Gesamtwertung das Podium, doch Banzi war klar der stärkste einheimische Fahrer!
Auch die anderen SUFR- und TLCA-Teams kamen zufrieden und heil durch das Race. Die Newbies waren beeindruckt vom Erlebnis, und die älteren Hasen glücklich mit ihrer Leistung.
Ruanda hat mal wieder geliefert und Menschen unterschiedlichster Herkunft vereint.
Lernen und wachsen
Bei den Sportlern von Florent gibt es noch einiges zu tun. Von der Fitness her waren sie gut dabei, doch Fahrtechnik und Umgang mit dem Material sind noch ausbaufähig. Aber wie Florent sagt:
„Wir waren am Start, hatten die Chance und wir haben gelernt. Darum sollte es gehen.“
Der Abschied: Noch einmal mit den Kids
Zum Abschluss trafen wir uns wie ausgemacht nochmals mit den Kids und machten ein kleines MTB-Technik-Training. Nadine, Chantal, Emanuel, Denny, Joseph, Valle, James und Samuel hatten Bock, und man merkte schnell Fortschritte.
Wir sind gespannt, was die Kids beim nächsten Besuch draufhaben – und mit einem guten Gefühl ging es in den Flieger nach Hause.






